Digitalisierung erfolgreich angehen

Die Digitalisierung verändert unsere Welt elementar. Damit ist nicht die Abbildung von analogen Prozessen in eine digitale Form gemeint, sondern vielmehr der kontinuierliche Veränderungsprozess von Organisationen, der durch den Einsatz von digitalen Technologien erst möglich wird. Wenn ein bestehendes Angebot abgelöst wird, kann sogar von einer Disruption des Marktes gesprochen werden. Damit Unternehmen den digitalen Wandel erfolgreich meistern können, bedarf es eines ganzheitlichen Umdenkens.

Worum geht es?

Erfolgreich zu „digitalisieren“ ist eine der wichtigen Voraussetzungen dafür, im Wettbewerb weiter zu bestehen und sich von diesem abzugrenzen. Während die meisten Unternehmen sich dessen bewusst sind und auch erste Schritte in diese Richtung unternehmen, gilt dennoch: So kritisch Digitalisierung für den Erfolg ist, so unsicher bewegen wir uns noch auf diesem Terrain.

Und diese Unsicherheit betrifft nicht nur die Frage, wie wir was digitalisieren, sondern auch welche weiteren Implikationen sich für Unternehmen daraus ergeben und wie wir uns darauf einstellen können.

Durch Digitalisierung entstehen neuartige Produkte, Services sowie Chancen für neue Geschäftsmodelle. Zweifellos werden daraus veränderte Wertschöpfungsketten und Ecosysteme resultieren, die Strukturen und die Kultur der Unternehmen verändern. Erfolgreiche Digitalisierung zeichnet sich darin aus, diese Aspekte in einem holistischen Ansatz zu berücksichtigen und entsprechende Maßnahmen interdisziplinär umzusetzen. Nur dann kann Digitalisierung dauerhaft im Unternehmen verankert werden.

Was steht auf dem Spiel?

Viele Digitalisierungsprojekte werden vorzeitig abgebrochen, oder erzielen nicht den Nutzen, den man sich ursprünglich versprochen hatte. Das tut nicht nur dem Geldbeutel weh, noch wichtiger: auch das Vertrauen der Mitarbeiter in die positiven Aspekte der Digitalisierung kann dabei verloren gehen – und damit ein Stück der Motivation, sich für die Digitalisierung des Unternehmens zu engagieren.

Worauf kommt es folglich an?

1. Den Fokus richtig setzen

Alles beginnt mit einer starken Vision, Ihrem Zielbild für die digitale Transformation – was wollen Sie erreichen, wo sehen Sie sich in der Zukunft? Es mangelt oftmals nicht an Ideen, wie Sie dies erreichen können. Viel schwieriger ist es, diese Ideen zu priorisieren und folglich den richtigen Startpunkt zu finden. Noch immer sind viele Digitalisierungsprojekte technologiegetrieben. Man macht das, was „fancy“ und neu ist. Und seien wir ehrlich, wir schauen auch schon mal ganz gerne, was der Nachbar so macht…aber Achtung! Hierbei ist es wichtig sich zu vergegenwärtigen: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Achten Sie auf die Wirtschaftlichkeit. Priorisieren Sie nach betriebswirtschaftlichen Aspekten. Die wiederum impliziert: Stellen Sie den Kundennutzen in den Vordergrund. Was erwarten unsere Kunden von uns? Welche Bedarfe haben wir bislang nicht angesprochen? Was verändert die Wahrnehmung unseres Unternehmens beim Kunden, sodass Kaufentscheidungen signifikant zu unseren Gunsten beeinflusst werden? Technologiegetriebene Innovationen mögen sehr aufregend sein, sie sind jedoch nicht immer der betriebswirtschaftlich sinnvollste Weg.

2. Die notwendigen Rahmenbedingungen für die Umsetzung

„Digitalisierungsprojekte sind hinreichend komplex, da Vieles auf dem Weg noch unbekannt ist.“ Umso wichtiger ist es sicherzustellen, dass die Rahmenbedingungen bestmöglich gestaltet sind.

Im klassischen Projektmanagement gibt es klar formulierte Ziele. Das Projekt wird hier vorab in trennscharfe Phasen heruntergebrochen und durchgeplant – auch als Wasserfallmodel bekannt. Diese Vorgehensweise lässt sich jedoch bei Digitalisierungsprojekte nicht immer anwenden. Stattdessen haben sich agile Arbeitsmethoden als besonders geeignet bewährt.  Die Vorteile liegen hierbei in der hohen Dynamik und Flexibilität sowie der transparenten und iterativen Zusammenarbeit von interdisziplinären Teams. Fangen Sie an (#einfachmalmachen), sammeln Sie Erfahrungen auf diesem Gebiet. Sie werden sehen, agile Arbeitsmethoden fördern langfristig im gesamten Unternehmen den Aufbau von Kompetenzen und die notwendige Wahrnehmung in Richtung Digitalisierung.

3.Den Mehrwert greifbar machen

Die Bewertung Ihrer Ideen auf technische Machbarkeit, Umsetzungsstärke und Mehrwerte für Anwender und Kunden, dient als Basis für die Priorisierung und Auswahl. Die ausführliche Beschreibung der Lösungsidee erfolgt idealerweise durch ein digitales Backlog. Dies ist die Sammlung von Anforderungen und To-Dos, die für Ihr Digitalisierungsvorhaben gelten.

Ausgehend vom ersten digitalen Backlog, erfolgt die iterative Umsetzung durch ein interdisziplinäres Team in Form von Sprints. Das digitale Backlog lebt und begleitet Sie kontinuierlich bei der Umsetzung – die aus den Sprints gewonnene Erkenntnisse, neuen Anforderungen und Ideen werden schrittweise ergänzt. Ziel der ersten Sprints sollte die Entwicklung eines Modells oder auch Prototyps sein. Auf diese Weise konkretisieren und validieren Sie Ihre Lösungsidee.  Sie wird anfassbar, ganz nach dem Motto „Seeing is Believing“. Dies unterstützt Sie dabei wichtige Stakeholder für sich zu gewinnen um die weitere Implementierung voranzutreiben.

4. Buy In herstellen

Es ist essentiell, den Blick zu weiten und frühzeitig zu verstehen, wer von diesem Projekt betroffen sein wird. Wie stelle ich Readiness in allen Bereichen – intern, aber auch bei externen Partnern – sicher? Wie kann ich erreichen, dass das Projekt reibungslos in die Abläufe integriert wird, und dass dies auch dauerhaft bleibt?

Gehen Sie schrittweise vor und fangen Sie mit schnell sowie einfach zu erreichenden Erfolgen an. Dazu gehört nicht nur die Kommunikation der digitalen Agenda, sondern auch das stetige Berichten über die erreichten Meilensteine. Hiermit wecken Sie das Interesse der Kollegen, sprechen Pioniere in allen Bereichen des Unternehmens an und ebnen den Weg für zukünftige Projekte. Außerdem halten Sie das Buy In wichtiger Stakeholder aufrecht und zeigen auf, dass die Ressourcen gut investiert sind.

5. Am Ball bleiben

Nach der erfolgreichen Implementierung Ihres Projekts, gilt es am Ball zu bleiben. Nutzen Sie die gemachten Erfahrungen und justieren Sie nach, soweit erforderlich. Treiben Sie das Thema Digitalisierung kontinuierlich entlang der Agenda weiter. Digitalisierung ist eine Investition, die auch mittel- bis langfristig wirksam ist. Umso wichtiger ist es, die KPIs zu definieren und nachzuhalten. Nur so können Sie sicherstellen, dass sich über die Zeit die erwarteten Ergebnisse auch tatsächlich einstellen.

 

 

Dieser Beitrag ist in Kooperation mit der Beratung Baruschke entstanden. In Kürze wird es einen Folgebeitrag geben, in dem näher auf die Implementierung, das Zusammenspiel mit der Unternehmensstrategie, und die einhergehenden Auswirkungen auf die Unternehmensorganisation und –kultur eingegangen wird.

Sie möchten mehr erfahren und tiefer einsteigen? Gemeinsam bieten wir u.s. den Workshop „Digitalisierung erfolgreich angehen – von der Idee bis hin zur erfolgreichen Verankerung im Unternehmen“, in der Digitalschmiede der Vinci Energies Deutschland in Frankfurt am Main an. Weitere Details und aktuelle Termine finden Sie hier.

Von |2018-06-05T16:08:57+00:0005. Juni 2018|